... der ruf des windes...

der wind ist mein heimlicher verbündeter, er begleitet mich wie die fregattfische ihren wirt. er hilft mir, meine sinne frei zu machen, trägt gerüche zu mir und reißt an meinem kopf bis es schmerzt. ich liebe den wind, wenn er im zusammenhang mit dem meer die gischt, landfressende wellen und ohrenbetäubendes heulen produziert. diese moment und orte suche ich, lasse mich treiben von meinen sinnen, fülle meine lungen mit dem wind und schwemme mit ihm die schlechten gedanken aus dem kopf - jedenfalls meistens.

heute habe ich eine stelle besucht, die erinnerungen an den letzten sommer wachgerufen haben. ich war nicht das erste mal dort. der strand, der weg - alles war das selbe wie vorher. zugegeben - der strand vom letzten sturm ein wenig im profil verändert, aber trotzdem wiederzuerkennen. einzig anders war die situation, das ich den platz der erinnerungen betreten habe an einem anderen strandabschnitt, an dem ich seither noch nicht war. als mein blick dann das meer traf war es um mich geschehen: hier an diesem platz war ich glücklich - vor knapp 4 monaten... emotionen schwappten hoch, ließen mich nicht mehr los und rissen mich mit in die tiefe.

ein gefühl der verzweiflung und trauer durchfuhr mich, der trauer über den verlust eines gefühls, welches einmal schon fast selbstverständlich war, die verzweiflung darüber, das all das zerstört auf dem tiefsten grunde der zeit liegt - zerstört durch unachtsamkeit, gleichgültigkeit, zorn und verletzter eitelkeit. der wunsch keimte in mir, alles verdrängen zu wollen, zu vergessen, damit abstand zu gewinnen - aber nein...

ich weiß, ich bereue nichts, was ich vor dem bruch gemacht habe: keine sekunde möchte ich missen; kein gefühl aus meinem innersten verbannen, welches ich damals gelebt habe; die menschliche nähe mit blicken und gestenund alle worte, die seinerzeit gesagt wurden möchte ich halten, hören, konservieren für alle ewigkeit.

ich möchte all die unausgesprochenen worte sagen, die wichtig wären, damit alles was war nicht den schalen nachgeschmack einer billigen sache bekommen und dazu möchte ich in die augen sehen, offen, ehrlich, ohne verletzend zu werden.

wenn ich heute sterben würde, dann würde ich mich zwischen den welten wiederfinden, ein geist, der noch etwas zu erldigen hätte was er nicht abgeschlossen hat. ruhelosigkeit - das ist es, was mich schon im leben quält - wie sollte das denn erst im tode sein.... ich möchte so gerne ruhe finden. ich möchte wissen, das man mir meine fehler vergibt sowie auch ich andern vergeben kann.

am 13.12.06 soll ich unter das messer - augenlidtumor (inzwischen offen) nennt sich die sache profan... und ich habe eine scheiß angst... nicht vor der op, nicht vor schmerzen,  sondern vor dem ergebnis...

29.11.06 23:48

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