...wie lange kann man kämpfen?

..täglich findet der kampf statt, ein kampf, an dem man am ende des tages merkt, man hat gewonnen oder verloren. dieser kampf ist nicht offensichtlich, er findet im verborgenen statt, auf mikrometer großen schlachtfeldern und auf wegen und kreuzungen - im gehirn und den synapsen.

und täglich geht der kampf von vorne los - mit dem öffnen der augen in der früh, so man sie überhaupt geschlossen hatte des nachts bis hin spät in die nacht, wenn man versucht, ruhe zu finden und irgendwas für sich beenden will, was den tag abschließt. viel zu oft gehen aber diese tage in einander über wie flüsse ins meer fließen.

ruhe, diese unsägliche sehnsucht nach ruhe, läßt mich auf meinem weg vorwärts stolpern, immer weiter dem sich auch immer weiter entfernenden punkt, dem kleinen licht hinterher, welches sich jedoch mit einer an fiction grenzenden geschwindigkeit von mir weg zu bewegen scheint. ein kampf gegen windmühlen. wenn ich einen schritt gemacht habe hat sich dieses licht schon um äonen von km von mir entfernt.

ich komme mir vor wie ein wanderer zwischen den zeiten, der sich im jetzt aufhält und eigentlich im früher noch etwas zu erledigen hätte. und das hätte ich, wahrlich. oh wie dumm war ich... wieviele male habe ich helfende hände weggeschlagen, liebe und zuneigung von mir gewiesen, menschen mit meinen worten und taten verletzt.

strafe? ja, ich habe sie verdient! vergebung? was würde ich darum geben, wenn mir das vergeben werden würde! erlösung? ich bitte so manches mal darum aber dabei merke immer wieder, das das in eine andere richtung geht, als ich eigentlich will... dunkel und bedrohlich ist diese richtung. es gibt genug gründe um zu leben: meine große liebe, meine kinder, alle die mich lieben, es lohnt sich für sie zu leben.

gibt es auch gründe um sterben zu wollen? ja, auch die gibt es. spätestens dann, wenn die kraft fehlt, einen neuen täglichen kampf anzutreten, kann der tot eine erlösung sein. er verspricht ruhe und hofft auf vergebung - aber nur für einen selber. alle anderen um einen herum würden diese gedanken schockieren und vor angst erstarren lassen, unfähig dies nachzuvollziehen.

es überwiegt der lebenswille, er treibt mich vorwärts, läßt mich jeden morgen den neuen tag erwarten, läßt mich kämpfen, die augen offen zu halten und läßt mich hoffen, dass irgendwann diese dunkelheit durch das licht erfüllt wird und ich die maske nie wieder aufsetzen muß, die mich schützt...

27.11.06 22:54

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