...was ist ruhe...

die letzten 3 tage waren eine einige achterbahnfahrt der gefühle, ein auf und ab, das schweben zwischen himmelhoch jauchzend und zu tode betrübt - als wenn man ein teenager wäre...dabei habe ich diese zeit doch schon um einiges überschritten. als schlimm empfinde ich dabei, dass ich mich dann auch zu erfolgen und gutem zuspruch nicht freuen kann und eigentlich nur noch schwarz sehe. das erzeugt in mir ein unzufriedenheit, das ich den anderen gegenüber vielleicht keine dankbarkeit zeigen kann oder ähnliches.

erster advent - in 3 wochen ist heilig abend, eine horrorvision für mich. alles sitz zusammen in trauter gemeinsamkeit und freut sich über sich selbst und den anderen - zeit für mich meine maskeaufzusetzen, um dazwischen nicht aufzufallen wie ein bunter hund und die stimmung damit zu versauen. um so schlimmer wird nachher das "abnehmen der maske", denn je länger ich sie trage, um so schlimmer sind dann die nachwehen... aber es ist schon besser, wenn ich das so mache, denn warum sollen andere darunter leiden, dass ich nicht gut drauf bin...

auch so kann ich zu meiner inneren ruhe kommen - wie immer die auch aussehen mag. für mich bedeutet ruhe schon, einmal nicht nur 3 stunden zu schlafen und die halbe nacht wach liegen und sich den kopf zu zermartern über z.t. unwichtige sachen. eben einmal nicht nur zu grübeln, wie alles weiter geht, wann sich bei mir dann endlich wieder eine normalität herstellt, wann diese irren träume endlich aufhören und vor allem, wann die irre todessehnsucht, die manchmal auf mich einstürzt, endlich verschwindet...

erster advent, eine kerze brennt in vielen häusern, glänzende augen in vorfreude auf das bevorstehende weihnachtsfest, hippelige kinder überall, neugierde auf geschenke und das eilige schreiben von wunschzetteln... wenn ich mich doch auch mitfreuen könnte. auf meinem wunschzettel steht im moment nur ein wunsch: ruhe...

3.12.06 18:59, kommentieren

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...alle jahre wieder...

...es ist doch komisch, soviel zeit geht ins land und trotzdem wiederholt sich so vieles... die müdigkeit ist wieder da, sie hüllt mich ein wie nebel das schiff auf dem weiten meer. orientierungslos und ohne aussicht auf rückkehr. ein kleines licht sehe ich, irgendwo, weit weg, es leuchtet für mich, nur für mich und es ist einfach beruhigend, das licht zu sehen. es gibt mir kraft, aber ich weiß, das es schier unerreichbar ist... warum kann ich dieses licht nicht einfach in die hand nehmen und sagen: du bist das licht...

1 Kommentar 28.8.08 11:19, kommentieren

...wie lange kann man kämpfen?

..täglich findet der kampf statt, ein kampf, an dem man am ende des tages merkt, man hat gewonnen oder verloren. dieser kampf ist nicht offensichtlich, er findet im verborgenen statt, auf mikrometer großen schlachtfeldern und auf wegen und kreuzungen - im gehirn und den synapsen.

und täglich geht der kampf von vorne los - mit dem öffnen der augen in der früh, so man sie überhaupt geschlossen hatte des nachts bis hin spät in die nacht, wenn man versucht, ruhe zu finden und irgendwas für sich beenden will, was den tag abschließt. viel zu oft gehen aber diese tage in einander über wie flüsse ins meer fließen.

ruhe, diese unsägliche sehnsucht nach ruhe, läßt mich auf meinem weg vorwärts stolpern, immer weiter dem sich auch immer weiter entfernenden punkt, dem kleinen licht hinterher, welches sich jedoch mit einer an fiction grenzenden geschwindigkeit von mir weg zu bewegen scheint. ein kampf gegen windmühlen. wenn ich einen schritt gemacht habe hat sich dieses licht schon um äonen von km von mir entfernt.

ich komme mir vor wie ein wanderer zwischen den zeiten, der sich im jetzt aufhält und eigentlich im früher noch etwas zu erledigen hätte. und das hätte ich, wahrlich. oh wie dumm war ich... wieviele male habe ich helfende hände weggeschlagen, liebe und zuneigung von mir gewiesen, menschen mit meinen worten und taten verletzt.

strafe? ja, ich habe sie verdient! vergebung? was würde ich darum geben, wenn mir das vergeben werden würde! erlösung? ich bitte so manches mal darum aber dabei merke immer wieder, das das in eine andere richtung geht, als ich eigentlich will... dunkel und bedrohlich ist diese richtung. es gibt genug gründe um zu leben: meine große liebe, meine kinder, alle die mich lieben, es lohnt sich für sie zu leben.

gibt es auch gründe um sterben zu wollen? ja, auch die gibt es. spätestens dann, wenn die kraft fehlt, einen neuen täglichen kampf anzutreten, kann der tot eine erlösung sein. er verspricht ruhe und hofft auf vergebung - aber nur für einen selber. alle anderen um einen herum würden diese gedanken schockieren und vor angst erstarren lassen, unfähig dies nachzuvollziehen.

es überwiegt der lebenswille, er treibt mich vorwärts, läßt mich jeden morgen den neuen tag erwarten, läßt mich kämpfen, die augen offen zu halten und läßt mich hoffen, dass irgendwann diese dunkelheit durch das licht erfüllt wird und ich die maske nie wieder aufsetzen muß, die mich schützt...

1 Kommentar 27.11.06 22:54, kommentieren

...neues spiel, neues glück - nichts geht mehr...

...da war es wieder, der wecker klingelt, ich schrecke hoch, weil ich gerade mal wieder für ein paar minuten eingeschlafen bin um wenigestens auf meine 2-3 stunden schlaf zu kommen und meinem körper nicht alle kräfte zu rauben. obwohl ich einen großteil der nacht wach liege und nicht schlafe, mag ich nicht aufstehen. da ist wieder dieses gefühl und die frage: "wozu?..."

eigentlich müsste ich heute zum doc - die geschwulst unter meinem auge wächst und wächst und ist inzwischen sogar schon offen... so fucking what... was solls. rasieren müsste ich mich auch mal wieder. wurde mir grade gesagt, dass ich ziemlich runtergekommen aussehe. warum soll ich mich den für andere verbiegen, "wozu...?" wenn dann immernoch der satz hinterher kommt: "...einfach die backen zusammenkneifen und durch..." oh man, ich könnte kotzen wenn ich das höre. warum lassen mich die leute nicht einfach in ruhe mit ihren meinungen und ihrem "wissen" über diesen mist.

irgendwann bin ich dann hochgekommen und hab meinen tag über die runden gebracht, und das eigentlich besser als erwartet. doch nun neigt sich der tag dem ende und es geht wieder los: dieses gefühl, als wäre ich hier drinnen eingesperrt und bekomme kaum luft; die angst vor der nächsten schlaflosen nacht oder den alpträumen, wenn ich denn doch schlafe; die scham vor den traurigen blicken aus meinem umfeld, wenn sie mitbekommen, das es wieder nicht so gut aussieht...und kein ende in sicht...tabletten, tränen, wut, angst, trauer - und wieder tabletten... "wozu...?"

und immer, immer wieder dieses gefühl des versagens, des versagt habens, des zerstört habens, des verletzt habens und des enttäuscht habens-bei ihr, die mich geliebt hat und ständig damit kämpft, was passiert ist...es tut mir so unendlich leid...ich habe so viel scherben hinterlassen um mich herum und in den menschen, die mir nahe standen. in die augen blicken kann ich ihnen kaum noch, dafür ist zuviel passiert. vor allem bestünde immer die gefahr, dass sie mich erkennt, wie es wirklich aussieht in mir und das daraus mitleid erwächst. ich will kein midleid, ich will frieden haben und frieden machen. etwas altes reparieren..."wozu...?"

vielleicht werde ich mich doch noch anziehen und raus gehen... ja, das wasser zieht mich magisch an, der wind ruft mich, die gräusche dort legen sich auf meine seele. warscheinlich bin ich so gerne dort, weil ich vom sternbild ein wasserzeichen bin - fisch - und es zieht mich zu meinen ursprüngen... blödsinn, ich verbinde damit einfach nur viele schöne erinnerungen aus der letzten zeit und tanke damit auf, um die zeit bis zum nächsten mal zu überstehen. also, komm zieh dich an und geh... es ist nicht weit bis zum wasser...ach mensch...wie kalt das wasser jetzt wohl ist, ob es auf der haut prickelt und sticht, wenn man im wasser ist? wäre schon nicht uninteressant. aber eigentlich.."wozu...?"

28.11.06 23:44, kommentieren

... der ruf des windes...

der wind ist mein heimlicher verbündeter, er begleitet mich wie die fregattfische ihren wirt. er hilft mir, meine sinne frei zu machen, trägt gerüche zu mir und reißt an meinem kopf bis es schmerzt. ich liebe den wind, wenn er im zusammenhang mit dem meer die gischt, landfressende wellen und ohrenbetäubendes heulen produziert. diese moment und orte suche ich, lasse mich treiben von meinen sinnen, fülle meine lungen mit dem wind und schwemme mit ihm die schlechten gedanken aus dem kopf - jedenfalls meistens.

heute habe ich eine stelle besucht, die erinnerungen an den letzten sommer wachgerufen haben. ich war nicht das erste mal dort. der strand, der weg - alles war das selbe wie vorher. zugegeben - der strand vom letzten sturm ein wenig im profil verändert, aber trotzdem wiederzuerkennen. einzig anders war die situation, das ich den platz der erinnerungen betreten habe an einem anderen strandabschnitt, an dem ich seither noch nicht war. als mein blick dann das meer traf war es um mich geschehen: hier an diesem platz war ich glücklich - vor knapp 4 monaten... emotionen schwappten hoch, ließen mich nicht mehr los und rissen mich mit in die tiefe.

ein gefühl der verzweiflung und trauer durchfuhr mich, der trauer über den verlust eines gefühls, welches einmal schon fast selbstverständlich war, die verzweiflung darüber, das all das zerstört auf dem tiefsten grunde der zeit liegt - zerstört durch unachtsamkeit, gleichgültigkeit, zorn und verletzter eitelkeit. der wunsch keimte in mir, alles verdrängen zu wollen, zu vergessen, damit abstand zu gewinnen - aber nein...

ich weiß, ich bereue nichts, was ich vor dem bruch gemacht habe: keine sekunde möchte ich missen; kein gefühl aus meinem innersten verbannen, welches ich damals gelebt habe; die menschliche nähe mit blicken und gestenund alle worte, die seinerzeit gesagt wurden möchte ich halten, hören, konservieren für alle ewigkeit.

ich möchte all die unausgesprochenen worte sagen, die wichtig wären, damit alles was war nicht den schalen nachgeschmack einer billigen sache bekommen und dazu möchte ich in die augen sehen, offen, ehrlich, ohne verletzend zu werden.

wenn ich heute sterben würde, dann würde ich mich zwischen den welten wiederfinden, ein geist, der noch etwas zu erldigen hätte was er nicht abgeschlossen hat. ruhelosigkeit - das ist es, was mich schon im leben quält - wie sollte das denn erst im tode sein.... ich möchte so gerne ruhe finden. ich möchte wissen, das man mir meine fehler vergibt sowie auch ich andern vergeben kann.

am 13.12.06 soll ich unter das messer - augenlidtumor (inzwischen offen) nennt sich die sache profan... und ich habe eine scheiß angst... nicht vor der op, nicht vor schmerzen,  sondern vor dem ergebnis...

1 Kommentar 29.11.06 23:48, kommentieren

...Gedanken in der Nacht...

diese ständige schlaflosigkeit macht mich langsam mürbe. immer nur 2-3 stunden schlaf sind nicht genug für meinen körper, meine seele läst aber nicht mehr zu, denn sie jagt mir ständig irgendwelche Gedanken durch den Kopf, die mich nicht zur ruhe kommen lassen. der doc riet mir, meine tablettendosis zu erhöhen, aber ich bin nicht bereit, mich noch mehr mit dieser chemie vollzudröhnen.

die op vom mittwoch hat so ihre spuren hinterlassen. mich hat die äußerung des operierenden augenarztes beunruhigt, die lautete: "...na ich hoffe doch, wir haben wirklich alles raus..." und "...das war allerhöchste zeit..." war es doch mehr, als er mir gesagt hatte? ich hatte mir ja meine gedanken gemacht als die diagnose lidtumor lautete und ich so schnell einen op-termin bekommen habe.

diese ganze ungewissheit macht mich fertig, jagt mir immer neue dinge durch den kopf, neue denkansätze, ängste und erkenntnisse. wenn ich sie nur ordnen könnte... ich kann mich ja nicht einmal hier auf das schreiben konzentrieren. wenn es doch nur mal besser werden würde, ich kann mich einfach so schlecht konzentrieren...

nun ist es schon wieder 3 uhr und ich verspüre nicht die geringste müdigkeit. was soll das noch werden...

15.12.06 03:07, kommentieren

...Enttäuschung...

... warum tut sie das, warum unterstellt sie mir all diese dinge, die jeglicher wahrheit entbehren. will sie mich damit nur verletzen oder hat sie das bedurfnis, mich in den wahnsinn zu treiben? ich verstehe nicht, wie aus einer solchen liebe plötzlich dieser hass entstehen kann. oder war diese liebe nicht wirklich da? es ist so, als ob alles, was im letzten dreiviertel jahr passiert ist, vollkommen in frage gestellt ist und garnicht so existiert hat, wie ich gedacht habe...

ich möchte nur den frieden finden, den frieden machen und zu einem normalen verhältnis zurückkommen, das mir erlaubt, ohne irgendwelchen gedanken plätze und orte aufzusuchen, die sich aus einer glücklichen zeit mit ihr in mein hirn gebrannt haben. ich möchte den frieden finden mit dem, was gewesen ist, denn dieses hängt nach wie vor wie ein schwert des damokles über meiner neuen, alten beziehung und läßt alte wunden ständig neu aufklaffen...

ein richtiges normales gespräch unter kultivierten menschen ohne vorherige zuweisungen von gegenseitiger schuld oder unschuld - das wäre meine wunsch, aber diesen wunsch werde ich mir warscheinlich nicht erfüllen können, solange ihre eitelkeit gekränkt ist und sie uns damit das leben schwer macht. ich hätte ihr so sehr gewünscht, daß sie endlich jemanden findet, der sie glücklich macht und der sie auffängt, aber scheinbar macht sie sich das leben selber so schwer, daß es zu nicht mehr als einem verhältnis reicht...

das leben könnte so einfach sein, wenn wir es uns nicht gegenseitig so schwer machen würden... meine enttäuschung über den verlauf und den abschluß dieser sache, der eigentlich ja keiner ist, ist groß. was soll noch geschehen...

17.12.06 03:35, kommentieren